Bildung außerhalb des Unterrichts! – An der BvSS berichten japanische Journalisten über den Super–GAU von Fukushima

Mörfelden-Walldorf.  Bereits seit über fünf Jahren halten die japanischen Journalisten Ken und Mako Oshidori Präsentationen an deutschen Schulen. So auch am Mittwoch, dem 18.04.2018 an der Bertha-von-Suttner Schule in Mörfelden-Walldorf. Unter dem Titel „Atomkatastrophe in Fukushima“ präsentierte das japanische Journalisten-Duo und Ehepaar der gesamten E-Phase des Jahres 2018 ihre Sicht des damaligen Atom-GAUs in Fukushima und dessen international geltende Folgen.

„Es ist wichtig, dass auch wir an deutschen Schulen die Wahrheit über den Atom-GAU Fukushimas erfahren. Die Journalisten haben selbst miterlebt, wie die japanische Regierung mit dem GAU umgegangen ist. Gerade, dass sie während dieser Zeit selbst im Journalismus tätig waren, es immer noch sind und extra nach Deutschland in die Schulen gekommen sind, hat mich von der Dringlichkeit dieses Thema überzeugt.“ berichtet eine Schülerin der diesjährigen E-Phase.

Den Schülerinnen und Schülern wurde der Fall von Fukushimas Atom – GAU in kleinstem Detail erklärt und nahegebracht, wie wichtig und aktuell das Thema auch heute noch ist.

  

Zu den Journalisten:

Mako Oshidori und ihr Ehepartner Ken Oshidori waren bereits zur Zeit des Atom–GAUs in Japan als Journalisten tätig. Sie suchten die verschiedensten Informationen dazu heraus und gehörten schon nach kurzer Zeit zu den wenigen übrig gebliebenen Journalisten, die in diesem Fall recherchierten. Fortan zeigte Mako Oshidori die Folgen der Katastrophe von Fukushima und kämpfte mit ihrem Ehepartner um die Pressefreiheit in Japan, die zur Geheimhaltung von Hintergrundinformationen zuvor massiv eingeschränkt worden war. Mako Oshidori selbst stünde auf der „schwarzen Liste“ der Regierung. Auf einer Tagung im März 2014 sagte sie: „Ich weiß nicht, warum mir ein Spion folgt. Es ist wirklich eine Verschwendung von Steuergeld. Ich habe diese und viele Sachen erlebt, die mich erschrecken.“

Zu den Präsentationen:

Die Präsentationen finden mithilfe eines Dolmetschers seit bereits fünf Jahren an deutschen Schulen statt. Sie sollen auch Menschen außerhalb Japans „wachrütteln“ und vor der enormen Gefahr der Atomkraft warnen. An der BvSS zeigte Mako Oshidori aber auch Interesse daran, was ihre Zuschauer von dem Thema halten und fand heraus, was die Schülerinnen und Schüler bereits über den Atom-GAU wussten. Außerdem zeigte sie, wie die Bürger Fukushimas auf den Atom-GAU reagierten, was die Regierung als Sicherheitsmaßnahmen empfohlen hatte und wie die Güter Fukushimas noch heute genutzt werden.

Zum Atom-GAU in Fukushima, Japan:

Am 11. März 2011 begann die Katastrophe mit einem, noch nie zuvor dagewesenen Erdbeben der Stärke 9,0 in Fukushimas Küstenregion. Auf das Erdbeben folgte ein über zehn Meter hoher Tsunami, welcher auf die nordöstliche Küste Japans zu raste. Während dieser das Atomkraftwerk an Fukushimas Küste überschwemmte, bemerken die Arbeiter im Inneren der Atom-Anlage lediglich, dass die Atomreaktoren außer Kontrolle geraten. Im Kontrollraum der AKW-Anlage fällt der Strom aus, nachdem der Tsunami dessen Stromverbindungen zerstört hatte.

Da es keinen Strom mehr für die Kühlung des Reaktors gab, verdampfte das Kühlwasser, welches die Brennstäbe umfasste, vollständig. Um ein Uhr morgens des nächsten des Tages, setzte dann durch Überhitzung die Kernschmelze ein und Radioaktivität wurde freigesetzt.

18.04.2018 – Marie Hürtgen