Defensive Architektur – Wenn Kunst den Schulraum verändert
Was macht einen Raum zu einem Ort, an dem man sich gerne aufhält? Und wo verhindert Architektur eigentlich das Sitzen, Verweilen oder Begegnen?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler des Kunstleistungskurses von Frau Mezler zwei Wochen lang gemeinsam mit Studierenden der Kunsthochschule Mainz.
Die Studierenden entwickelten im Rahmen ihres Didaktik Seminars, begleitet von Prof. Dr. Carmen Mörsch, Professorin für Kunstdidaktik an der Kunsthochschule Mainz, einen Workshop zum Thema „Defensive Architektur“. Nach einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema und verschiedenen zeitgenössischen Künstlergruppen wurde es ganz konkret: Die Lernenden erkundeten das Schulgebäude und untersuchten, wo Architektur bestimmte Nutzungen ermöglicht – oder eben verhindert.
Doch die Auseinandersetzung blieb nicht bei der Analyse. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten eigene Ideen, wie sie ihren Schulraum verändern und neu beleben könnten, und setzten diese anschließend selbst praktisch um. So entstanden mobile Polster-Sitzmöglichkeiten für die „Abi-Bertha“, die bisher wenig genutzte Nischen zu Orten des Sitzens und Verweilens machen. Auch eine beschädigte Couch im „Chillraum“ konnte mit einem eigens entworfenen, lochfüllenden Polster wieder nutzbar gemacht werden. Einige der Polster erhielten zudem Botschaften, die mit Stoffstiften aufgebracht oder mühevoll eingestickt wurden.
Damit haben die Schülerinnen und Schüler etwas Besonderes erlebt: Sie haben im Kunstleistungskurs nicht nur über Kunst und Raum gesprochen, sondern ihren eigenen Schulraum untersucht, Ideen für seine Veränderung entwickelt und diese unmittelbar umgesetzt. Mit viel Freude, Kreativität und Eigeninitiative wurde der Schulraum so selbst zum künstlerischen Gestaltungsfeld.
Gülsen Mezler


















